Spejbl und Hurvinek haben den Thalia Preis


 


 

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Praha 6  Prager Zeitung

Geschichte

Josef SkupaDas Theater Spejbl und Hurvínek wurde als erstes professio­nelles Puppentheater in der Tschechoslowakei im Jahre 1930 von Prof. Josef Skupa (1892-1957) in Pilsen gegründet. Seine Hauptfiguren Spejbl (1920) und Hurvínek (1926) traten bereits davor erfolgreich auf Amateurpuppenbühnen in beliebten Kaba­rettprogrammen auf. Das Theater spielte als Wanderbühne mit Sitz in Pilsen bis 1943. Im Januar 1944 wurde Prof. Skupa von der Gestapo verhaftet und wegen Beteiligung am Widerstand verurteilt, und das Theater wurde von den nazistischen Behör­den geschlossen. Im Februar 1945 konnte Skupa aus dem brennenden Gefängnis in Dresden fliehen. Nach Kriegsende eröffnete er im Oktober 1945 die feste Bühne S+H in Prag, wo sich das Theater bis heute befindet. Nach Skupas Tod übernahm die Rolle der beiden Figuren Spejbl und Hurvínek sein Schüler Miloš Kirschner (1927 - 1996), der bereits zu Lebzeiten Skupas beide Titelgestalten vertreten hatte. Prof. Skupa ernannte ihn an seinem Lebensende mit einer öffentlichen Urkunde zu seinem Nachfolger. Das Theater fuhr so erfolgreich in seinem künstle­rischen Bemühen fort, eine grotesk humorvolle und satirische Weltsicht auf die Bühne zu bringen. Miloš Kirschner spielte beide Figuren sogar 13 Jahre länger als Prof. J. Skupa, er betätigte sich ebenfalls als Autor und Regisseur. Er führte auch die Tradi­tion ein, dass in der Sprache des Landes gespielt wird, in dem das Theater gerade gastiert.

Helena ŠtáchováDie Hauptfiguren aller Inszenierungen des Theaters S+H sind Spejbl und Hurvínek – Vater und Sohn, die die unterschied­liche Weltsicht zweier Generationen widerspiegeln. Sie treten als Hauptakteure in alltäglichen und phantastischen Geschich­ten auf und philosophieren in komponierten visuellen Program-men über grundlegende Lebensfragen. Ihr bereits traditioneller Gegenspieler ist ein ähnliches weibliches Paar, Hurvíneks unzertrennliche Freundin Mánička (Mariechen - 1930) und ihre belehrende „bábinka“ (Großmütterchen) - Frau Kateřina Hovor­ková (1971). Zu diesen vier Hauptfiguren, die in den Komödien von weiteren Figuren je nach den Anforderungen des Autors umgeben werden, kommt noch der Hund der Familie Spejbl, Žeryk (1930).

Miloš KirschnerDie Hauptfiguren aller Inszenierungen des Theaters S+H sind Spejbl und Hurvínek – Vater und Sohn, die die unterschied­liche Weltsicht zweier Generationen widerspiegeln. Sie treten als Hauptakteure in alltäglichen und phantastischen Geschich­ten auf und philosophieren in komponierten visuellen Program-men über grundlegende Lebensfragen. Ihr bereits traditioneller Gegenspieler ist ein ähnliches weibliches Paar, Hurvíneks unzertrennliche Freundin Mánička (Mariechen - 1930) und ihre belehrende „bábinka“ (Großmütterchen) - Frau Kateřina Hovor­ková (1971). Zu diesen vier Hauptfiguren, die in den Komödien von weiteren Figuren je nach den Anforderungen des Autors umgeben werden, kommt noch der Hund der Familie Spejbl, Žeryk (1930). Spejbl und Hurvínek werden bereits traditionell von einem Schauspieler gesprochen, der die tiefe Stimme des Vaters Spejbl mit Hurvíneks komischer kindlicher Fistelstimme abwechselt. Diese Tradition wurde bereits in den 20er Jahren von Prof. Skupa begründet, in ihr fuhr Miloš Kirschner mehr als 40 Jahre fort, und an sie knüpfte auch der derzeitige Interpret des Theaters S+H, Martin Klásek (1957), an, der (von Kirschner ausgewählt und eingeführt) sich dem Kinderpublikum in den Rollen von Spejbl und Hurvínek erstmalig im Jahre 1974 und dann ab 1982 regel­mäßig alternierend vorstellte. Nach dem Tod von Miloš Kirschner wurde er der bereits dritte Vater von S+H. Er schloss außerdem an die Autorentradition des Theaters an und führt auch Regie.

Der überwiegende Teil der Auftritte wird auf der Heimat­bühne aufgeführt, das Theater unternimmt jedoch in jeder Saison mehrfach kürzere und längere ausländische Gastspielrei­sen.

Martin KlásekDas Theater S+H gastierte bislang in 31 Ländern auf vier Kontinenten, u.a. in Deutschland, in den USA, in Kanada, Japan, Taiwan, China, Indien, Ägypten, Jordanien, Mexiko, Spanien und Vietnam. Spejbl und Hurvínek traten in der Interpretation von Miloš Kirschner in achtzehn Sprachen und in der Inter­pretation von Martin Klásek in zwölf Sprachen auf, insgesamt in 21 Sprachversionen, wobei beiden Schauspielern Helena Štáchová (1944) zur Seite stand, die derzeitige Direktorin, eine der Hauptautoren und Regisseurin des Theaters S+H, die das schauspielerische Pendant zu S+H in der Rolle von Mánička und Frau Kateřina darstellt. Auch sie ist nach Anna Kreuzmannová und Božena Weleková bereits die dritte Interpretin der traditio­nellen Figur des Theaters - Mánička. Die Rolle von Frau Kateřina wurde jedoch direkt für sie im Jahre 1971 geschaffen. Diesen Hauptschauspielern steht im Ensemble eine Reihe von Puppen­spielern zur Seite, die mit ihrer Meisterschaft den Marionetten ihre charakteristischen Bewegungen geben.